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Sechs Mutterkühe und vier Kälber standen vor dem Aus
Die 8-14 Jahre alten Tiere lebten jeden Sommer auf einer Wiese am Waldrand in einem Landschaftsschutzgebiet. Im Windschatten der Bäume lagerten sie mit ihren Kälbern. Im Herbst wurden die Kühe auf den Hof geholt und die Mütter von ihren Kindern getrennt. Alle männlichen Kälber und ein Teil der weiblichen blieben zur Mast auf dem Hof, die schwangeren Mütter durften im Frühling wieder auf ihre Weide.
Der Hof konnte die Bioland Auflagen für eine artgerechte Kuhhaltung nicht mehr erfüllen. Deswegen, und aus wirtschaftlichen Gründen, entschlossen sich die Lindenhöfler mit der Mutterkuhhaltung Schluss zu machen. Kühe, älter als ein Jahr, müssen nach der Schlachtung auf BSE getestet werden. Deswegen sollten die letzten Kühe von Eilum abgeholt und über 200 km in eine Schlachtfabrik gebracht werden.
Entsetzt suchte ich nach Wegen meine langjährigen “Bekannten” davor zu bewahren. Unterstützt durch viele Tierfreunde entschloss ich mich, die Verantwortung für die Herde zu übernehmen. Ich sagte dem Lindenhof den Kauf zu und suchte eine neue Bleibe für meine Herde. Ich fand einen nahen Biohof, der einverstanden ist, gegen eine “Pension”, für die Kühe zu sorgen. Mit Einzelspenden und Patenschaften habe ich ein halbes Jahr Unterbringungskosten und den halben Kaufpreis bezahlt. Jetzt hoffe ich weitere Paten zu gewinnen, um die Rettungsaktion abzusichern.
Am 31.1.2010 ist die Herde umgezogen. In der ersten Woche waren die Kühe sehr unruhig und scheu. Inzwischen ist wieder friedliches Ruheverbreiten an der Tagesordnung.
Die Kühe der Herde gehören zwei Rassen an: ihre Geschichte begann vor ca. 30 Jahren als Milchkuhherde der Rasse Jersey. Jersey-Kühe haben dunkles Fell, schwarze Augenringe und schöne, lange Hörner die nach oben gerichtet sind. Später wurde die Fleischrasse Limousin eingkreuzt. Limousin haben helle Augenringe, die Hörner sind kleiner und zeigen nach vorn. Beides sind sehr temperamentvolle Rassen.
Samba ist mit 14 Jahren die älteste Kuh und die Chefin der Herde. Sie hat 12 Kinder bekommen. Man sieht (& fühlt) ihr die Jerseyvorfahren sehr an. Ihre Tochter Bluna ist schon etwas heller. Sie hat im letzten Jahr wieder ein dunkles Kalb geboren. Eine weitere Tochter von Bluna ist Hörnchen. Eins ihrer Hörner zeigt zum Himmel, eins nach vorn. Sie ist wach, aufmerksam, interessiert. Hörnchens Töchter sind Hilde und Salat, beide sehr freundlich und geradezu kuschelig.
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